3 - Erste urkundliche Erwähnung von Malchow

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Das Dorf Malchow mit seiner Kirche existierte somit schon geraume Zeit, bevor es erstmalig einen schriftlichen Beleg dafür gab. In einer Schenkungsurkunde Ludwig des Älteren, Markgraf von Brandenburg, vom 8. Februar 1344 wird ein "Johannes, plebanus in malchowe" , Pfarrer von Malchow genannt. Wie allgemein üblich, ist diese erste urkundliche Erwähnung der Anlaß für die 650-Jahrfeier des Ortes im Jahre 1994.

Etwas ausführlicher unterrichtet uns das Landbuch Kaiser Karls IV., der seit 1373 auch Markgraf von Brandenburg war, über das Dorf Malchow. Um sich einen Überblick über seinen landesherrlichen Besitz in diesem Gebiet zu verschaffen, ließ er 1375/76 in den Dörfern eine Bestandsaufnahme machen. Das so entstandene Dorfregister verzeichnete auch die Abgaben- und Besitzverhältnisse, die sich in Malchow bis zum Ende des 14. Jahrhunderts herausgebildet hatten. Im Landbuch werden für Malchow 52 Hufen genannt, davon besaß der Pfarrer vier. Im Unterschied zu den bäuerlichen Zinshufen zählten die des Pfarrers und des Schulzen zu den Freihufen. Zudem gab es einen Krug. Die Abgaben der Bauern und Kossäten bestanden vorrangig aus Getreide (Roggen, Gerste, Hafer), Hühnern und Geldleistungen. Diese ginge vor allem an Coppe von Barfuß sowie an begüterte Berliner Bürger. Ende des 15. Jahrhunderts bestanden in Malchow zwei Ritterhöfe derer von Barfuß, die verschiedenen Brüdern und Vettern der Familie gehörten. Mitglieder dieser in der Mark Brandenburg weit verzweigten und begüterten Familie übten bis 1684 die Gutsherrschaft in Malchow aus. Unter den von Barfuß hielt in Malchow die Reformation Einzug. Der erste evangelische Pfarrer war Lampertus Jahn, der neben seiner Malchower die Hohenschönhauser Kirche zu betreuen hatte, die bis 1800 Tochterkirche von Malchow war. Die im Barnim ansässigen von Barfuß, darunter die Malchower, gehörten zu jenen Adligen, die im 16. und 17. Jahrhundert dem Kurfürsten Vasallendienste leisten mussten.

Abbildung: Auszug aus dem Landbuch Kaiser Karls IV.
(1375/1376) mit der Erwähnung Malchows