8 - Der Malchower Schlossgarten

Die Beschreibung des Malchower Lustgartens in einer Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Chronik läßt dessen Schönheit zu Zeiten des Herrn von Fuchs und des Markgrafen Christian Ludwig erahnen. Darin heißt es unter anderem:

Das Herrschaftl. Haus ist 2 Stock hoch, hat auf jeder Seite einen bavillion ... gegen Abend liegen die angenehmsten Aussichten, die Auge und Gemüth in einer erquikkenden Stille beschäftigen können, welches auch von dem Lustgarten zu erwarten, der mit einer kostbaren Orangerie, mit erhabenen Hecken, Feldern, Springbrunnen und Forellen Teichen prangete. Des prächtigen Orangeriehauses zu geschweigen, welches zu des Hrn. von Fuchs Zeiten mit einer auserlesenen Bibliothek versehen war. Gegen Morgen zeiget sich ein grosser Obst- und Weingarten, welche beide mit den besten Ahrten dieser Gewächse beleget sein: über diesen ein ziemlich grosser und fischreicher See, neben diesem ein Karpfenteich: unter denselben eine weite Ebene von Wiesen, welche mit grossen fischreichen Kanälen durchschnitten und mit Bäumen eingefasst sein. Zwischen diesen gehet eine sehr große Allee von Buchen und Ellern fast eine Viertel Meile Wegs lang, in welcher S.K. Hoheit den Schießplatz und Lustfeuergehalten. Das Dorf ist halb mit Linden und Kastanien, halb mit Maulbeerbäumen und Nußbäumen bepflanzet... Mit des Markgrafen ... seligen Hinritt, ging alle Herrlichkeit mit zur Ruh ... und Malchow wurde das wieder, was es vorher gewesen war, ... ein Landguth.

(Zitiert nach Folkwin Wendland, Berlins Gärten und Parke von der Gründung der Stadt bis zum ausgehenden Jahrhundert, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1979, S. 317 f.)