1 - Die Gründung des Dorfes Malchow

Im Jahr 2019 besteht das Dorf Malchow 675 Jahre. Aus diesem Anlass wird hier die Geschichte in Auszügen und 11 Episoden veröffentlicht.

Viel Spaß!

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Das Gebiet um Malchow wurde bereits in der Mittelsteinzeit (etwa 5000 v. Chr.) von Jägern, Sammlern und Fischern als Rastplatz genutzt. Hier fanden sie fruchtbaren Boden, fischreiche Seen, Wiesen und Wälder. Im 2./3. Jahrhundert siedelten germanische und etwa vom 6. bis zum 12. Jahrhundert slawische Stämme am Malchower See. Gewässer und Otsnamen künden bis heute von der slawischen Besiedlung. Dazu zählt auch der altpolabische Ortsname von Malchow, der soviel wie "Ort eines Klein(ch)en(s)" bedeutet. Das Fortbestehen des slawischen Ortsnamens läßt vermuten, dass die in der Nähe noch lebenden Slawen im 13. Jahrhundert im deutschen Dorf Malchow ansässig wurden.

Der Barnim gelangte gegen Ende des 12. Jahrhunderts vollständig unter deutsche Herrschaft und gehörte etwa bis Mitte des 13. Jahrhunderts zur Mark Brandenburg. In dieser Zeit siedelten sich im Barnim deutsche Bauern an, so auch in Malchow. Unter Leitung eines vom Landesherren beauftragten Lokators, der dafür ein Schulzengut erhielt, erfolgte die Vermessung, Rodung und Verteilung des Landes an die Bauern. Die persönlich freien Hufenbauern hatten dafür Abgaben und Dienste an den Grundherren zu leisten. Außerdem lebten im Dorf die Kossäten, die weniger Boden besaßen und sich deshalb bei den Hufenbauern oder den Grundherren gegen Lohn verdingen mussten. Hinzu kamen das Gesinde der Bauernwirtschaften und Handwerker.

In Malchow gelangte wie in den benachbarten Dörfern die Hufengewannflur zur Anwendung. Das Ackerland bestand aus drei Gewannen, dem Wartenberger, Lindenberger und Blankenburger (später Berliner) Feld, die abwechselnd für Sommer- und Wintergetreide bzw. als Brachland genutzt wurden. Malchow ist von der Anlage her ein typisches Straßendorf. Bereits im 13. Jahrhundert stand hier eine feste Kirche. Der breite Westturm aus Granitquadern mit seinen rundbogigen Fenstern war weithin sichtbar.

Quelle: Huschner, Anke, 650 Jahre Malchow, 1344-1994, Festschrift