Niederschönhausen

10 - Malchow im 18. und 19. Jahrhundert

Die Gegend um Malchow war im 18. Jahrhundert nach wie vor sehr wasserreich. In einer Chronik von 1751 finden mehrere Seen und vor allem Pfühle in der Umgebung des Dorfes Erwähnung. Alte Flurnamen weisen auf die frühere Nutzung oder Lage der Gewässer hin, so beispielsweise Großes und Breites Luch (früher flacher See), Berliner Acker- und Grenzpfuhl, Müller-, Fließ- und Hechtgraben oder Sandsee.

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In etwa der Hälfte der Dörfer des späteren Groß-Berliner Raums bestand zu Beginn des 18. Jahrhunderts landesherrlichen Grundvermögen. Malchow gehörte nach dem Tode Christian Ludwigs von 1734 bis 1812 zum Amt Niederschönhausen, danach bis 1872 zum Amt Mühlenhof. Das Vorwerk Malchow wurde 1815 an den bisherigen Pächter L.F. Welle verkauft und befand sich von 1828 bis 1858 im Besitz von Heinrich Simon. Die für Malchow 1714 erstmals verzeichnete Bockwindmühle gehörte 1737 zum Amt Mühlenhof.

Im Zuge der Separationen des 19. Jahrhunderts verstärkte sich auch in Malchow die soziale Differenzierung unter den Dorfbewohnern. Von der separierten Malchower Feldmark entfielen rund zwei Drittel des Acker- und Gartenlandes auf die sechs Bauernfamilien, etwa ein Viertel auf die fünf Kossätenfamilien und rund ein Prozent auf die sechs Büdner (Lehrer, Müller, Stellmacher, Schmied, Krüger und Weber). Auch die Malchower Pfarre erhielt einen Anteil am Acker-, Wiesen- und Gartenland. Über die Hälfte der Dorfbewohner verfügte jedoch über keinerlei Bodenbesitz. In Malchow lebten Mitte des 19. Jahrhunderts außer sieben Bauern- und fünf Kossätenfamilien noch 69 weitere, vor allem einheimische Land- oder Gutsarbeiterfamilien sowie aus den östlichen Provinzen stammende Saisonarbeiter. Mehrere der noch vorhandenen Malchower Bauern- und Landarbeiterhäuser stammen aus dem 19. Jahrhundert, darunter das ehemalige Wohnhaus für Gutsarbeiterfamilien in der Dorfstraße 40. Das heutige Aussehen des Malchower Schlosses geht auf eine 1865/66 erfolgte Umgestaltung im Stil der Schinkel-Nachfolge zurück. Im vorigen Jahrhundert wurden auch die meisten Wirtschaftsgebäude erneuert, so die Brauerei, die in der Hofanlage des Gutshauses noch zu sehen ist.