Paul von Fuchs

9 - Über das gute Malchower Bier

Das Malchower Bier, welches zu Zeiten des Herrn Paul von Fuchs gebraut wurde, genoß einen guten Ruf und wurde auch von den Berlinern gerne getrunken. Im "Vollständigen Küch- und Keller-Dictionarium" des Paul Jacob Marperges aus dem Jahre 1716 findet das Malchower Bier Erwähnung. Darin heißt es unter anderem, daß

doch auf vornehmen Tafeln die fremden Biere, als Bernauisch, Ruppinisch, Zerbster, Cotwitzer, Croßnische, das so genannte Carthäuser-Bier (welches nicht weit von Franckfurt an der Oder gebrauen wird) der Halbetstädter Breyhan, Duck-, oder Duffstein, und auch kürzlich ein zu Köpenick zu brauen angefangener Breyhan, item das Brandenburgische, Malchauer und Zedenicker usw.

den einheimischen, das heißt Berliner Bieren vorgezogen würden.

Der Chronist Johann Christoph Beckmann berichtete davon, daß

unter den Dorfbieren ... das Malchowische Bier ehedem in großen Ruf gekommen sei. Der wohlselige Geh. Staatsrath von Fuchs habe die Brauerei daselbst so wohl einrichten lassen, dass das Bier an seiner Farbe und Geschmack dem Zerbster wenig nachgegeben.

6 - Blütezeit unter Paul von Fuchs

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Bereits seit Beginn des 17. Jahrhunderts und verstärkt durch den Dreißigjährigen Krieg vollzog sich im Niederbarnim ein Prozeß des Aufkaufens von Bauern- und Kossätenstellen durch die Grundherren, der zu einer Vergrößerung der Rittergüter führte. Wesentlichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg hatten die sich nach dem Edikt von Potsdam (1685) im Berliner Raum angesiedelten Hugenotten. Obgleich wohl nur für kurze Zeit, so lebten 1688 mehrere französische Emigrantenfamilien in Malchow. Der Geheime Etats-Rat und spätere Minister Fridrichs I., Paul von Fuchs, einer der Initiatoren des Edikts, erwarb 1684 das Malchower Gut. Die rege Bautätigkeit, die unter ihm einsetzte, umfasste die Instandsetzung der Bauern- und Kossätengehöfte, die Einrichtung eines Predigerwitwen- sowie eine Armen- und Waisenhauses. Der Gutshof wurde umgestaltet durch den Bau eines zweistöckigen Herrenhauses und einer Reihe von Wirtschaftsgebäuden, darunter eine Brauerei.


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Im Jahre 1691 ließ von Fuchs die Kirche neu bauen, den Turm ausbessern und erhöhen. Außerdem wurde ein Garten angelegt, zu dem eine Orangerie mit einer Bibliothek gehörte. Königin Sophie Charlotte, die mit ihrem Gemahl Friedrich I. des öfteren in Malchow weilte, war besonders von dieser Bibliothek angetan, so dass sie eine solche auch in Lietzenburg (später Charlottenburg)  einzurichten gedachte. Paul von Fuchs ließ Johann Porst als Pfarrer nach Malchow rufen, der hier von 1698 bis 1704 wirkte. Er wurde dann Prediger an Friedrichswerder und Dorotheensatdt, war seit 1709 Beichtvater und Hofprediger der Königin Sophie Luise und seit 1712 Probst an der St. Nikolai-Kirche. Bekannt wurde er vor allem durch das von ihm herausgegeben Gesangbuch.


Prominente Malchower Gäste

Bildnis des Königs von Preußen, Friedrich I. (1657-1713)

Bildnis des Königs von Preußen,
Friedrich I.
(1657-1713)

Bildnis des Markgrafen Christian Ludwig (1677-1734)

Bildnis des Markgrafen
Christian Ludwig
(1677-1734)

Bildnis der Königin Sophie Charlotte (1668-1707)

Bildnis der Königin
Sophie Charlotte
(1668-1707)

Paul von Fuchs starb 1704 und wurde in der Familiengruft der Malchower Dorfkirche beigesetzt. Nach seinem Tode erwarb Friedrich I. das Malchower Gut. Sein Nachfolger stellte es 1713 dem Markgrafen Christian Ludwig zur Verfügung. Seit jener Zeit sei es als ein "Herrschaftliches Lustschloß" angesehen worden, so ein Chronist. Auch den Garten ließ der Markgraf erweitern - wobei er an dem großen Obstgarten weniger Gefallen fand - sowie schöne Alleen anlegen. Lustgarten und Orangerie zierten viele seltene Zier- und Gewürzpflanzen. Das Motiv der Gartengestaltung findet sich in dem später entstandenen Schloßpark Friedrichsfelde (heute zum Tierpark gehörend) wieder.

Abbildung oben links: Bildnis des Paul von Fuchs (geb. 1640 Stettin, gest. 1704 in Malchow)
Abbildung oben rechts: Wappen der Familie von Fuchs, gezeichnet nach Siebmachers Wappenbuh von Wagner/Wagner