9 - Über das gute Malchower Bier

Das Malchower Bier, welches zu Zeiten des Herrn Paul von Fuchs gebraut wurde, genoß einen guten Ruf und wurde auch von den Berlinern gerne getrunken. Im "Vollständigen Küch- und Keller-Dictionarium" des Paul Jacob Marperges aus dem Jahre 1716 findet das Malchower Bier Erwähnung. Darin heißt es unter anderem, daß

doch auf vornehmen Tafeln die fremden Biere, als Bernauisch, Ruppinisch, Zerbster, Cotwitzer, Croßnische, das so genannte Carthäuser-Bier (welches nicht weit von Franckfurt an der Oder gebrauen wird) der Halbetstädter Breyhan, Duck-, oder Duffstein, und auch kürzlich ein zu Köpenick zu brauen angefangener Breyhan, item das Brandenburgische, Malchauer und Zedenicker usw.

den einheimischen, das heißt Berliner Bieren vorgezogen würden.

Der Chronist Johann Christoph Beckmann berichtete davon, daß

unter den Dorfbieren ... das Malchowische Bier ehedem in großen Ruf gekommen sei. Der wohlselige Geh. Staatsrath von Fuchs habe die Brauerei daselbst so wohl einrichten lassen, dass das Bier an seiner Farbe und Geschmack dem Zerbster wenig nachgegeben.

8 - Der Malchower Schlossgarten

Die Beschreibung des Malchower Lustgartens in einer Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Chronik läßt dessen Schönheit zu Zeiten des Herrn von Fuchs und des Markgrafen Christian Ludwig erahnen. Darin heißt es unter anderem:

Das Herrschaftl. Haus ist 2 Stock hoch, hat auf jeder Seite einen bavillion ... gegen Abend liegen die angenehmsten Aussichten, die Auge und Gemüth in einer erquikkenden Stille beschäftigen können, welches auch von dem Lustgarten zu erwarten, der mit einer kostbaren Orangerie, mit erhabenen Hecken, Feldern, Springbrunnen und Forellen Teichen prangete. Des prächtigen Orangeriehauses zu geschweigen, welches zu des Hrn. von Fuchs Zeiten mit einer auserlesenen Bibliothek versehen war. Gegen Morgen zeiget sich ein grosser Obst- und Weingarten, welche beide mit den besten Ahrten dieser Gewächse beleget sein: über diesen ein ziemlich grosser und fischreicher See, neben diesem ein Karpfenteich: unter denselben eine weite Ebene von Wiesen, welche mit grossen fischreichen Kanälen durchschnitten und mit Bäumen eingefasst sein. Zwischen diesen gehet eine sehr große Allee von Buchen und Ellern fast eine Viertel Meile Wegs lang, in welcher S.K. Hoheit den Schießplatz und Lustfeuergehalten. Das Dorf ist halb mit Linden und Kastanien, halb mit Maulbeerbäumen und Nußbäumen bepflanzet... Mit des Markgrafen ... seligen Hinritt, ging alle Herrlichkeit mit zur Ruh ... und Malchow wurde das wieder, was es vorher gewesen war, ... ein Landguth.

(Zitiert nach Folkwin Wendland, Berlins Gärten und Parke von der Gründung der Stadt bis zum ausgehenden Jahrhundert, Frankfurt/M.-Berlin-Wien 1979, S. 317 f.)

7 - Das Malchower Schloss

Nach vielen Jahren des Verfalls blüht seit 2013 das alte Gut mit all seinen Gebäuden wieder auf und ist ein Hingucker des Dorfes. Die Stiftung SYNANON ist neuer Eigentümer und Nutzer des unter Denkmalschutz stehenden Ensembles.

In alten Malchower Gutsakten findet sich eine Beschreibung des Malchower Schlosses, wie es Ende des 17. Jahrhunderts unter der Herrschaft paul von Fuchs' ausgesehen hat:

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Das Schloßgebäude zu Malchow ist ein ganz massives Gebäude mit einer Etage. Gegen die Straße befindet sich ein Balkon mit einem eisernen Gitter, über dem an der Mauer zwei ausgehauene Kopfstücken, in der Mitte eine Statue und oben auf dem Fronton zwei Vasen befindlich sind. Auf dem Fronton nach dem Hofe hin eine Nische mit Statue. In der Mitte vor dem Schloßgebäude liegen beim Haupteingang vor der Tür in der Erde zwei lange Stufen von Quadersteinen. Von der Straße aus führt eine große zweiflügelige eichene mit Sprossen und 12 weißen Scheiben versehene Tür in das Schloß. Die Tür ist mit eisernen Ringen, messingnen Knöpfen und eisernem Schlüsselblech beschlagen und besitzt eine eiserne Klinke. Der Fußboden im unteren Saal ist mit Quaderfliesen ausgelegt und hat unten an den Wänden ein Paneelwerk. Die Decke ist mit bunter Gipsarbeit versehen. Rechter Hand ist ein holländischer Kamin, mit einem schönen Gesimse umher eingefasst und oben über dem Kamin mit Figuren und Laubwerk von Gipsarbeit versehen. Rechts und links je eine Tür. Geradezu führt eine gebeizte eichene Saaltür zu einem kleinen Vorflur. Über dieser Tür hängt an der Wand ein Wappen mit einem halb schwarzen Adler und einem braunen Fuchs.

(Zitiert nach Günther Nitschke, Malchow nach dem Dreßigjährigem Kriege, Berlin-Weißensee, 1961, S 13 f.)